Archiv für August 2008

18
Aug
08

Die Fälscher

Ich glaube der erste, österreichische Film, der einen Oscar bekommen hat! *ggg*
Und ich weiß jetzt auch, wieso.

Karl Markovics brilliert als Salomon „Sally“ Sorowitsch, der jüdische Fälscherkönig in Berlin, der, als er gerade mit der (wie ich finde) überaus hübschen Marie Bäumer im Bett liegt, von der Polizei verhaftet und wenig später ins KZ gebracht wird.
Zuerst unter „normalen“ Umständen, doch als er rausfindet, dass seine Zeichnungen, die er so in seiner „Freizeit“ malt, den Wärtern gefallen, bringt er sich damit in eine Position, in der er eine vergleichsweise bessere Behandlung bekommt, als alle anderen.

Bald wird er von Sturmbannführer Herzog, der ihn damals noch verhaftet hat, gemeinsam mit einer Gruppe anderen in eine „Sonderabteilung“ des KZ gebracht, wo sie Blüten herstellen sollen – Dollar und Pfund, da diese für den Krieg natürlich sehr wichtig waren.
Die Fälscher werden natürlich auch besser behandelt, als der Rest der Häftlinge im KZ, sind gut genährt, dürfen einmal wöchentlich duschen, ect.
Einer seiner Kollegen weigert sich jedoch mitzuhelfen, da er meint, dass sei Verrat an allen Juden, den Nazis zu helfen und einfach nicht richtig. Somit kommen natürlich alle in Teufels Küche….
Nebenbei kümmert sich Sally noch um einen jungen, kranken Russenjungen, der ihm irgendwie ans Herz gewachsen ist. Der beste Satz im ganzen Film: Der Russe will nicht essen, weil er krank ist und Sally befiehlt ihm, zu essen, da es lt. Arzt seine einzige Überlebenschance ist. Der Junge will jedoch nicht und Sally meint zu ihm: „Iss oder ich erschlage dich!“ *ggg*

Stefan Ruzowitzky hat mit dem Film wirklich Geschichte geschrieben, nicht nur wegen dem Oscar – der Film ist einfach fantastisch.
Es basiert auf den Memoiren von Adolf Burger, im Film gespielt von August Diehl, der den „widerspenstigen“ Freund von Sally spielt. Irgendwie schafft sich der Film seine ganz eigene KZ-Atmosphäre und man muss sich selbst immer wieder in Erinnerung rufen, dass man sich wirklich in einem KZ befindet! Ab und zu hilft Stefan Ruzowitzky  einem jedoch unmissverständlich dabei indem ganz furchtbare Dinge passieren, die damals eben auch wirklich passiert sind.

Ein absolut empfehlenswerter Film und von mir gibts 10 von 10 frischgedruckten Blüten dafür.

Lg Eure

Frau Leshem

03
Aug
08

Vantage Point – 8 Blickwinkel

Auch diesen Film haben wir uns heute angesehen.

Ich bin richtig begeistert! Die Dramatik ist eine sehr aktuelle: Der amerikanische Präsident (der lustigerweise in den amerikanischen Filmen die Weisheit immer mit dem Löffel gegessen hat) fährt auf einen Krisengipfel nach Spanien um dem weltweiten Terror endlich ein Ende zu machen.
Als er anfängt seine Rede zu halten, wird er angeschossen, es explodiert eine Bobme und die Geschichte nimmt ihren Lauf….

Wirklich fantastisch inzeniert das Ganze. Man sieht die Geschichte wirklich ständig aus anderen Perspektiven – zuerst aus der Sicht des Kamerateams und der zuständigen Redakteurin, die das ganze aufgenommen hat und deren Mitarbeiter mehr damit zu tun haben, als man zuerst annimmt.
Dann aus der Sicht des geistig labilen Secret Service Mannes Thomas, der sich erst vor Kurzem zwischen den Präsidenten und einige Kugeln eines Attentäter geworfen hat und unsicher und nervös ist, ob er den Job überhaupt noch machen kann.
Dann ein harmloser Zuschauer, ein Amerikaner, der das ganze auf seiner privaten Videokamera filmt und mehr sieht als alle anderen.
Man lernt die Attentäter selbst kennen und deren Hintergründe, die nicht immer ganz freiwillig handeln.
Man trifft einen Mathew Fox, der erstaunt, weil er auch in einer unsymptahischen Rolle gut aufgeht und auch schauspielert.
Und schließlich und endlich trifft man Anna, ein kleines spanisches Mädchen, die am Ende „schuld“ daran ist, dass die ganze Geschichte doch noch ein halbwegs gutes Ende findet.

Klingt jetzt alles sehr verwirrend – am besten man sieht sich den Film selbst an, sonst kann man sich wirklich nichts darunter vorstellen.
Dennis Quaid hat endlich wieder mal eine anständige Rolle ergattert und spielt wirklich gut – hoffentlich hat er den „Faden“ im Filmgeschäft jetzt wieder gefunden, ich finds nämlich schade, dass man jetzt so lange nichts von ihm gehört hat.

Hier gibts für mich 10 von 10 Blickwinkeln und absolut gar nichts auszusetzen!!! *ggg*

Lg Sparrow

03
Aug
08

The other Boleyn girl – Die Schwester der Königin

Haben uns gerade den Film angesehen und er hat mir seeeeehr gut gefallen.

Wie ihr schon bei „Elisabeth“ lesen konnten, interessiere ich mich sehr für die englische Geschichte und vor allem für einige bestimmre Charaktere. Dazu gehören die Boleyn-Schwester, Henry VIII. und Elisabeth.
Dieser Film ist quasi die Vorgeschichte zu den Elisabeth-Filmen.

Mary und Anne Boleyn werden von ihrem Vater und ihrem Onkel in eine gewaltige Intrige hineingestoßen, wobei die zwei Mädchen keine Ahnung haben, was sie eigentlich tun. Aus politischen Gründen wollen die Boleyn Männer die beiden Schwestern Henry, dem König „unterjubeln“ und dazu sind ihnen alle Mittel recht. Sobald der König die eine nicht mehr will, wird ihm die zweite untergeschoben. Wie ja bekannt ist, war Henry VIII. dem anderen Geschlecht nicht gerade abgeneigt und so hat er sich in beide verguckt, wobei er Mary und seinen (Bastard-)Sohn ziemlich schnell  verstoßen hat. Für Anne ist er aus der Kirche ausgetreten, um seine damalige Frau Katherine von Aragon loswerden zu können (weil der Pabst eine Scheidung niemals erlaubt hätte), um Anne heiraten zu können. Damit hat er das Land gleichzeitig in Unruhe gestürzt, weil das Volk Anne nie mochte und sie zeitlebens als Hexe bezeichnet hat.
Egal ob sie das wirklich war oder nicht – sie war wohl eine ziemlich intrigante Person, hat aber leider nicht damit gerechnet, dass Henry sie genauso schnell von der Bettkante stoßen würde wie alle (unter anderem ihre Schwester) vor ihr. Schließlich und endlich wurde sie wegen Inzest und Hochverrat verurteilt und geköpft.

Ihre Tochter Elisabeth wurde später die „Virgin-Queen“ und hat als erste Frau alleine England regiert.

Das alles sind geschichtliche Fakten und doch schaue ich mir so etwas immer wieder gerne an. Ich muss selbst zugeben (obwohl ich dieses Wort nicht besonders mag), dass der Film ein „Schinken“ und ein Frauenfilm ist.
Er ist ziemlich langwierig und leider dreht sich wirklich ALLES nur um die Zwischenmenschlichen Beziehungen und kaum um die damals schwierige innen – und außenpolitische Lage. Gut, der Titel sagt ja schon ziemlich gut, dass es nur um die Schwestern geht – trotzdem finde ich, hätte man ein wenig mehr auf das Austreten aus der Kirche eingehen können, z.b.

Egal. Für einen Sonntag optimal, aber wie ich selbst zugeben muss, wahrscheinlich nicht allzu amüsant für die meisten Männer. (Meiner hat ihn sich mit mir angesehen und fand ihn nicht soooo schlecht, muss ich auch dazu sagen.)

Ich sehe ihn mir sicher immer wieder mal gerne an. Hervorgehoben werden muss Natalie Portmans tolle Darstellung von Anne Boleyn. Ich mochte sie vorher schon, aber sie hat den schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Berechnung von Anne Boleyn so fantastisch getroffen, dass ich mich echt frage, wieso die Frau noch keinen Oscar in der Tasche hat. Den ganzen Film über schwankt man als Zuschauer zwischen Mitleid und Abscheu für Anne Boleyn, weil sie es herrlich versteht von einem Extrem ins andere überzugehen und man ihr diese rasche Wandlung auch wirklich abnimmt.
Scarlett Johansson mag ich auch sehr gerne, obwohl ich ehrlich zugeben muss, dass Portman mir in dem Film besser gefallen hat als sie. Aber Scarlett find ich halt einfach sehr hübsch und ich mag ihre Art zu spielen.

Noch eine lustige Tatsache, auf die mein Mann mich aufmerksam gemacht hat: Christin Scott-Thomas (ich hoffe, man schreibt sie so) spielt in dem Film Elisabeth Boleyn, die Mutter der zwei Schwestern – und somit schon zum zweiten Mal Scarlett Johanssons Mutter in einem Film! Das erste Mal war vor einigen Jahren im Pferdeflüsterer, als Scarlett gerade mal 12 war und ihren ersten Auftritt neben Robert Redford hatte. ;)

Eric Bana als Henry VIII. ist zwar ein schöner Gedanke, aber leider geschichtlich absolut schlecht dargestellt. Henry war leider nie so hübsch wie Eric Bana. *gggg*
Aber ich  verstehe auch, dass sie keinen hässlichen Schauspieler nehmen können. ;)

Von mir gibts jedenfalls 9 von 10 grausamen Intrigen für den Film. Sehr empfehlenswert.

Lg Sparrow