Habe das o.g. Buch von André Wiesler gestern fertig gelesen und bin total begeistert. Nicht nur, dass ich Shadowrun sowieso sehr gern mag, ist das Buch einfach total gut geschrieben.
Shadowrun muss man vielleicht kurz erläutern – es spielt ihn der Zukunft (etwa 60 Jahre), die Magie ist wieder erwacht und es gibt auch sogenannte „Metamenschen“ – Orks, Elfen und Trolle, die ganz normal mit den Menschen leben. Die Welt wird nicht mehr von Regierungen beherrscht, sondern von machtgeilen Konzernen, die nur ein einziges Ziel haben, nämlich noch mächtiger zu werden, als sie schon sind. Alle, die sich gegen die Konzerne stellen werden gnadenlos umgehackt.
Dafür gibt es die sogenannten „Runner“ – Auftragsmörder – diebe usw. Im Grunde tun Runner alles für Geld. Und weil sie „in den Schatten“ leben, also ständig auf der Flucht, unter falschem Namen usw., nennt man das ganze „Shadowrun“.
Klar soweit?!
Um noch ein paar Ausdrücke zu erklären, die vielleicht nicht jeder kennt:
Magier und Schamane sollte klar sein: der Unterschied ist nur, dass Schamanen absolut Naturverbunden sind und immer eine bestimmte Gottheit anbeten.
Dann gibt es die Decker: Die Technologie hat es möglich gemacht, sich Buchsen un Festplatten in den Kopf transplantieren zu lassen. Somit ist es für die Decker auch möglich sich selbst in die Matrix – dem zukünftigen Internet – einzuklinken und dort zu agieren, als wären sie wirklich dort.
Straßensamurais: Sind diejenigen, die sich alle möglichen Implantate haben machen lassen, um möglichst stark, schnell, unverwundbar usw. zu sein. Im Grunde kann man alle Körperteile durch bessere, künstliche ersetzen lassen: Augen, Ohren, sämtliche Muskeln ect. Die einzigen die vollkommen ohne Implantate bleiben müssen, weil sie sonst ihre Magie verlieren würden, sind die Magier und Schamanen.
Rigger: Die sind extrem cool – Rigger haben auch Implantate und zwar so, dass sie sich mit einer Buchse im Kopf an irgendein Fahrzeug koppeln können. Bedeutet im Klartext, dass sie z.B. um ein Auto zu steuern nicht lenken müssen – sie denken sich einfach, in welche Richtung sie fahren möchten und das Auto – weil es zu einem Teil von ihnen wird und umgekehrt, tut es.
Ich glaub, das wars.
Soweit zur kurzen Erklärung.
Im Grunde gehts in dem Buch um eine Runner-Truppe, allen voran die beinah schon dramatisch kalte und harte Anführerin und Riggerin Quiz, die ihrem alten Leben entkommen will, aber leider durch den Tod ihrer Großmutter immer wieder damit konfrontiert wird.
Dadurch lernt sie auch Mark kennen, einen jungen, naiven Priester, der die Kirche für sein Leben hält und sonst vor so ziemlich jedem Unrecht die Augen verschließt oder es einfach nicht glaubt.
Quiz’ Begleiter Glitzer, der metrosexuelle Schamane, die 2 Meter große Trollin Ferrum und der kleinwüchsige Decker Mikropulse stehen ihr immer bei, manchmal mehr als ihr lieb ist, denn sie weiß, dass zu enge Beziehungen in den Schatten den Tod bedeuten können.
Durch den Tod ihrer verhassten Großmutter lernt die Mark kennen, denn er und seine Ordenbrüder sind gekommen, um ihrer Großmutter die letzte Ölung zu erteilen.
Bald gerät Mark durch Zufall und Pech in eine Verschwörung von höherer Stelle aus, durch die ihm ein Mord an einem seiner Brüder angehängt wird und er fliehen muss. Ein Pergament, dass er für bedeutungslos hielt, spielt dabei eine große Rolle, die er aber erst erfahren wird.
Nachdem Quiz die Einzige wirkliche Verbrecherin ist, die er kennt, sieht er sie als seinen letzten Ausweg und kommt bei ihr unter, denn sowohl die Kirche, als auch der Rest der Welt jagt ihn als Mörder.
Gemeinsam kommen die zwei schließlich einer Verschwörung auf die Spur, die sich als größer entpuppt, als sie beide gedacht hätten und die einige ihrer Freunde das Leben kosten wird.
Hinzu kommt noch, dass Quiz sich eigenartig hingezogen zu dem jungen Priester fühlt und er auf einmal Fähigkeiten entwickelt, die nur mit Magie zu erklären sind – aber das weiß Mark natürlich nicht….
Jup, so ungefähr ist das.
Wirklich ein absolut empfehlenswertes Buch. Allerdings sicher nicht jugendfrei – für Leser unter 16 Jahren würde ich abraten, da es dich teilweise sehr brutal und detailgetreu geschrieben ist. Ich genieße so etwas sehr, weil ich Details liebe und sie brauche um mich gänzlich in einem Buch zu verlieren. Und auch wenn beschrieben wird, wie klebrig und stinkig Kotze ist, nachdem sie eintrocknet, finde ich es immer noch herrlich
Krank, ich weiß. *gggg*
Wiesler hat es wirklich geschafft, mich absolut davon zu überzeugen, dass er eine Zeitreise unternommen und das alles wirklich gesehen hat, anstatt es sich nur auszudenken. ![]()
Er hat übrigens noch zwei weitere Shadowrun-Romane geschrieben: „Shelley“ und „Altes Eisen“ die ich mir beide sofort bei Amazon zu Gemüte führen und einverleiben werde! *muahaha*
Abschließend gibt’s eigentlich nur eines zu bemängeln: Der Klappentext. Ich weiß nicht, ob der selbst verfasst wurde oder nicht. Aber wie auch immer, es wurde auf jeden Fall verfehlt. Wenn man den liest, bekommt man den Eindruck, dass Mark, der Priester, die absolute Hauptfigur ist. Und es wird bereits verraten, dass ihm ein Mord angehängt wird ect….alles ok. ABER: Diese Sachen passieren NACH der Hälfte des Buchs und alles was davor ist, ist irgendwie viel markanter und meiner Meinung nach ist auch Quiz die absolute Hauptperson, da man zu ihr schon zu Anfang eine tiefere Bindung und ein Verständnis aufbaut. Aber naja – was solls.
Von mir gibt’s hierfür 9 von 10 implantierte Decks!

Lg und viel Spaß beim Lesen
Sparrow
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