Hey, möchte heute über die fantastischen Bücher der fantastischen Tamora Pierce schreiben.
Es handelt sich hierbei um eine Serie von vier Büchern. Ich habe sie das erste Mal gelesen, als ich ungefähr 12 war und habe sie nun dieses Jahr zum Geburtstag von Vera bekommen, weswegen ich sie jetzt nochmal durchgelesen habe. Entsetzlich, wie viel man vergisst, aber immerhin ist es beinah schon 10 Jahre her!
Aber ich möchte ohne Umschweife gleich zu den Büchern kommen:
Der erste Band, simpel und ergreifend „The First Adventure“ genannt, beginnt, als die Halbwaisen Alanna und ihr Zwillingsbruder Thom, beide 11 Jahre alt, beschließen die Plätze zu tauschen. Ihr Vater will Alanna ins Kloster schicken, denn sie soll dort lernen, wie man eine richtige „Dame“ wird und Thom an den Hof des Königs Roald in die Hauptstadt Corus, um das Rittertum zu erlangen. Doch Thom ist wenig interessiert an Kämpfen – er möchte ein großer Magier werden. Alanna hingegen hat keinerlei Interesse daran eine Dame zu werden, sie möchte lieber Ritter werden und Abenteuer erleben. So fälschen sie mithilfe von Maude und Coram, ihren Dienern, ihre Dokumente und Alanna reist als „Alan of Trebond“ nach Corus um Page im Palast des Königs zu werden und Thom geht ins Kloster, um dort bei den heiligen Brüdern die Kunst der Magie zu lernen.
Beide Kinder haben „die Gabe“ – Magie, die sie seit ihrer Geburt in sich tragen, doch Alanna möchte diese ganz im Gegensatz zu Thom nicht verwenden, weil sie der Meinung ist, dass sie die Magie nicht unter Kontrolle hat und, dass es außerdem unfair ist, in einem Kampf Magie zu benutzen.
Gemeinsam mit Coram, der sie mit aufgezogen hat und fortan als ihr „Leibdiener“ fungiert, geht sie also an den Hof des Königs und wird als Page angenommen. Bald lernt sie Prinz Jonathan, den Thronfolger und dessen Freunde kennen. Diese sind zwar alle älter als sie, helfen ihr jedoch wo sie nur können. Außerdem trifft sie Myles of Oleau, ein Ritter der ihr und den anderen Jungs Geschichte beibringt und hat ihn sofort gerne. Dies beruht auch auf Gegenseitigkeit, da Myles sich bald ihrer annimmt, wie eines Sohns.
Während sie feststellen muss, dass sie mit all der Arbeit, den Übungsstunden und den Aufgaben der Lehrer, nie fertig werden wird, ist sie dennoch entschlossen, ihre Ausbildung fortzusetzen, nachdem sie die ersten Zweifel überwunden hat (Zitat: „All I know is, that I have no free time and that I jump, when I’m told to.“)
Und weil sie kleiner und schmächtiger ist, als all ihre Mitstreiter trainiert sie umso härter, um alles zu schaffen, was sie sich vornimmt. Natürlich bleibt das nicht unbemerkt und sie macht sich damit leider auch Feinde im Palast.
Nebenbei lernt sie bei einem ihrer Ausflüge in die Stadt George Cooper kennen, den König der Diebe in Corus. Er wird ihr bester Freund und oftmals einziger Ansprechpartner, z.B., als sie zum ersten Mal ihre Regel bekommt. Nach anfänglichem Zögern, beschließt Alanna auch Jon und ihre anderen Freunde George vorzustellen, welche sich ebenfalls sofort anfreunden, denn obwohl George ein Dieb ist, ist er der liebenswerteste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Als in der Stadt und im Palast ein tödliches Fieber grassiert und ihr bester Freund, Prinz Jonathan, daran erkrankt und schon dem Tode nahe ist, fühlt sich Alanna schließlich dazu gezwungen, ihm mit ihrer Magie zu helfen, denn sie hat auch die Gabe zu heilen und sie lernt, dass sie mit ihrer Magie auch Gutes vollbringen kann. Als wenig später Jonatahans Cousin, Roger of Conté, ein großer Magier, ins den Palast kommt, ist er Alanna von Anfang an suspekt, obwohl alle anderen und auch Jon, ihn vergöttern….
So, dies nur eine kurze Inhaltsangabe. Und weiter geht’s gleich mit dem zweiten Buch:
Alanna ist mittlerweile 14 Jahre alt und Knappe des Prinzen, seit dieser zum Ritter geschlagen wurde.
Je näher ihr Ritterschlag und das vorherige „Ordeal of Knighthood“, also die Prüfung, die sie durchwandern muss, um ihr Schild zu erhalten, rücken, desto mehr Angst hat das Mädchen davor.
Langsam aber sicher bereitet es ihr auch Schwierigkeiten, sich zu tarnen, denn ihre Brüste beginnen zu wachsen und sie findet sich damit ab, dass sie wohl nie wirklich groß werden wird, denn sie ist immer noch zart und schmächtig. So manch einer traut ihr nicht einmal zu, ein Schwert zu halten, doch sie stellt wiederholt unter Beweis, dass sie einer der besten Kämpfer unter den Knappen ist. Nicht zuletzt, um Jonathan nicht zu enttäuschen, gibt sie dafür auch ihr bestes. Jonathan ist neben Coram mittlerweile der Einzige am Hof, der weiß, dass Alanna ein Mädchen ist. Sehr zu ihrer Verwunderung, hatte ihn das nur in seinem Beschluss gestärkt, sie als Knappe zu nehmen, denn er bewundert ihre Entschlossenheit und ihren unglaublichen Ehrgeiz. Gemeinsam gehen die beiden durch dick und dünn, nur wenn Alanna von ihrem Verdacht spricht, dass Roger of Conté, Jonathans Cousin, der immer noch am Hof residiert, nichts Gutes im Schilde führt, blockt Jonathan ab, denn er vertraut Roger blind. Alanna sucht verzweifelt nach Beweisen, gegen den Duke, jedoch ohne Erfolg und so gibt sie es bald auf.
In einer Art Vision erscheint ihr eines Tages die „Mutter der Götter“ – die Göttin, zu der Alanna ihr ganzes Leben lang gebetet hat. Sie teilt Alanna mit, dass sie sehr stolz auf sie sei und, dass sie immer auf sie achte. Außerdem stellt sie Alanna einen Begleiter zur Seite: einen schwarzen Kater, der ebenso violette Augen hat. Alanna tauft ihn Faithful und fortan ist er immer in ihrer Nähe. Faithful hat auch eine spezielle Gabe: er kann zu Menschen sprechen, sofern er möchte, dass sie ihn verstehen. Anfangs sorgt das unter Alannas Kameraden zu Unbehagen, doch bald lieben sie den Kater genauso wie sie.
Eines Tages erklärt der Tusainische König, der das Nachbarland regiert, Tortall den Krieg und Alanna, sowie Jon ziehen beide in ihre erste Schlacht, die mit einigen Überraschungen aufwartet.
Je älter Alanna wird, desto öfter hat sie auch seltsame Gefühle ihren Freunden Jon und George gegenüber und gerät dadurch ziemlich mit sich selbst in Konflikt, da sie diese Gefühle eigentlich gar nicht haben will.
Das Buch endet mit Alannas Ritterschlag, der offenen Konfrontation mit Roger und wie sie durch einen dummen Unfall als Frau enttarnt wird.
Alanna hat nach ihrer disaströsen Enttarnung als Mädchen den Hof des Königs verlassen. Sie hat endlich ihr Ziel erreicht und ist offiziell ein Ritter des Königsreichs. Dennoch ist sie ruhelos und beschließt, eine Weile mit Coram durchs Land zu ziehen. Sehr zum Unwillen von Jon, der sie mittlerweile sehr liebt. Auch ihr Freund George lässt sie nur ungern ziehen, weiß jedoch auch, dass er sie nicht aufhalten kann. Alannas Zwillingsbruder Thom kommt an den Hof, bevor sie abreist und beschließt, sich dort niederzulassen. Er ist mittlerweile der jüngste, lebende Meister der Magie.
Alanna und Coram werden von einem Wüstenstamm, den Bazhir adoptiert, nachdem diese ihnen in einem Kampf gegen die Hüglleleute geholfen haben. Alanna wird fortan von ihnen bezeichnet als „Woman who rides like a Man“ und auch im Kulturkreis der Bazhir stößt sie oftmals auf Unverständnis und Ablehnung, weil sie ihre „angestammte“ Rolle als Frau nicht akzeptiert und gegen jegliche Regeln aufgelehnt hat.
Der Schamane des Stamms ist ihr ganz besonders feindlich gesonnen, nachdem er mitbekommt, dass sie auch Magie in sich trägt und diese ohne Scheu benutzt. Der Anführer des Stamms, Halef Seif, sieht in ihr jedoch die Heldin die sie ist und bittet sie zu bleiben.
Nach dem Ableben des Schamanen, wird Alanna zur Schamanin des Stamms ernannt und bemüht sich darum, den Status einiger junger Bazhir, derer sie sich angenommen hat, zu verbessern, indem sie sie lehrt, mit ihrer Magie richtig umzugehen. Nach und nach gewöhnt sich auch der Rest des Stamms an sie und Alanna geht noch einen Schritt weiter: Sie will zwei Mädchen, die sie unter ihre Fuchtel genommen hat, zu künftigen Schamanen ausbilden. Sie weiß, dass sie nicht ewig bei dem Stamm bleiben wird und so möchte sie dafür sorgen, dass nach ihr jemand da ist, der dem Stamm magischen Beistand liefert.
Nach einigen Monaten lernt Alanna auch Ali Mukhtab „die Stimme“ des Stamms kennen. Er ist der geistige Führer der Bazhir und kennt Alanna bereits aus ihrer Jugend.
Jonathan kommt gemeinsam mit Myles zu Besuch zum Stamm.
Nach einem heftigen Streit zwischen den beiden, reist er jedoch aprubt ab und Alanna tröstet sich mit George Cooper, der ebenfalls begonnen hat, ihr den Hof zu machen.
Als Halef Seif sie und Coram fortschickt mit der Mission eine alte Freundin von ihm zu finden, weiß sie noch nicht, wie lange sie tatsächlich unterwegs sein wird….
Alanna und Coram sind unterwegs zum „Dach der Welt“ um dort ein Artefakt aus einer alten Legende zu finden und zu bergen. Alanna möchte das Juwel zurück nach Tortall bringen, um das Königreich zu stärken.
Unterwegs begegnen sie Liam Ironarm, einem Shang Krieger, der Alanna Avancen macht.
Sie, Coram und Liam reisen fortan zu dritt weiter und treffen auf dem Weg Prinzessin Thayet, die Prinzessin des sich im Krieg befindenden Reichs Sarain, die von ihren eigenen Leuten gejagt wird. Alanna und die beiden Männer beschließen kurzerhand, sie mit sich reisen zu lassen.
George Cooper hat in Corus mittlerweile große Probleme mit einem Dieb namens Claw, der sich nicht an den Diebeskodex hält und ihn vom Thron stoßen will. Auch Jon geht es alles andere als gut: Sein Vater und seine Mutter sind gestorben und er muss gegen hartnäckige Gerüchte kämpfen, seine Herrschaft sei schon vor dessen Beginn verflucht.
Zumal Thom, Alannas Bruder, das Undenkbare getan und einen alten Feind Alannas aus dem Totenreich zurückgeholt hat.
Nachdem alanna das Juwel gefunden hat, kehrt sie sofort nach Hause zurück, da sie ein ungutes Gefühl plagt – zu Recht, wie sich herausstellt, denn ihre alte Welt ist vollkommen aus den Fugen geraten. Bei Jonathans Krönungszeremonie kommt es schließlich zum Showdown zwischen Alanna und ihrer größten Angst…
Sodala. Ich habe die Bücher wirklich nur SEHR GROB umrissen und vieles ausgelassen. Nur um ein ungefähres Bild zu schaffen, damit man sich ein bisschen was vorstellen kann, habe aber versucht, die Wichtigsten Dinge nicht zu verraten.
Ich würde die Bücher schon vorwiegend als „Mädchenbücher“ bezeichnen, finde aber, dass auch ein Junge sie durchaus lesen kann. Ideal sind sie ab einem Alter von 12 Jahren – wie gesagt, auch ich habe sie das erste Mal mit 12 gelesen.
Von Buch zu Buch wird die Geschichte immer komplexer und auch düsterer. Das erste Buch liest sich sehr schnell und bietet bis auf einige Höhepunkte nicht viel Spektakuläres, ab dem zweiten Buch jedoch, wird es richtig spannend. Außerdem kommt es mir so vor, als habe die Autorin dem jeweiligen Alter von Alanna auch ihre Schreibweise angepasst.
Ich finde die Geschichte einfach schön erzählt und finde Tamora Pierce hat den perfekten Balanceakt zwischen Kinder-Teenie-und Erwachsenenbuch gefunden. Die Geschichte hört sich jetzt sehr emanzipiert an, ich glaube aber, dass es ihr darum gar nicht ging. Natürlich ist es aber auch schön zu lesen, wie Alanna regelmäßig die Männerwelt aufmischt. *gg*
Das ganze erinnert irgendwie ein wenig an Jeanne D’Arc nur nicht ganz so tragisch.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich kann die Bücher nur jedem empfehlen! Man verliert sich herrlich in ihnen und man fühlt extrem stark mit Alanna mit, zumindest ich tue das regelmäßig.
Deswegen gibts von mir auch 10 von 1o goldenen Löwen!
Lg, Fr. Lesem

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