So, habe nun heute den letzten Band der Sevenwaters-Trilogie fertig gelesen.
Die Bücher heißen „Die Tochter der Wälder“, „Der Sohn der Schatten“ und „Das Kind der Stürme“.
Lustigerweise habe ich die Tochter der Wälder zum ersten Mal bereits vor fast zehn Jahren gelesen, die beiden anderen Teile erst dieses Jahr, weil ich bis Anfang 2009 gar nicht wusste, dass es sie gibt und nur zufällig im Internet drauf gestoßen bin.
Da ich das erste Buch so geliebt habe und immer noch sehr gerne mag und auch ab und an lese, dachte ich mir, dass ich den zweiten und dritten Teil auch lesen muss.
Und es war eine sehr gute Entscheidung! *ggg*
Wie immer kurze Zusammenfassungen der Bücher (wirklich nur KURZ):

Sorcha und ihre sechs Brüder Liam, Diarmid, Cormack, Conor, Finbar und Pedraic wachsen gemeinsam im behüteten Tuáth ihres Vaters, Lord Colum von Sevenwaters in Erin (oder Irland) ohne Mutter auf, die bei Sorchas Geburt gestorben war. Sorcha und ihre Brüder teilen eine ganz besondere Verbindung, mit einigen von ihnen kann sie nur über den Geist kommunizieren und sie selbst wird ab und zu vom Feenfolk besucht.
Einige Dinge verändern sich, als Sorcha kaum 13 Jahre alt ist: Zuerst helfen sie un ihr Bruder Finbar, zu dem sie die engste Verbindung hat, einem Kriegsgefangenen ihres Vaters zu flüchten, weil Finbar der Meinung ist, dass man niemanden so grausam foltern darf, ob er nun aus Erin oder aus Britannien kommt. Sorcha pflegt den jungen Mann gesund, ahnt aber noch nicht, welche Folgen das haben wird.
Als bald darauf Lord Colum eine neue Frau mit nach Hause bringt, spüren die Kinder, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist mit der stets freundlichen Lady Oonagh und sie müssen bald feststellen, dass sie recht haben, als die Frau Sorchas Brüder allesamt in Schwäne verwandelt. Nur Sorcha bleibt zurück und hat nun nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie überlässt ihre geliebten Brüder den Fängen der Zauberin, oder sie wählt den schweren Weg und beginnt mit der Rückverwandlung, doch dazu muss sie sieben Hemden aus Brennesseln weben und darf bis zur Beendigung ihrer Arbeirt kein Wort reden. Lady Oonagh bleibt in der Zwischenzeit aber keinesfalls untätig….

Sorcha lebt gemeinsam mit ihrem Mann „dem Roten“ in Sevenwaters. Auch sie hat inzwischen Kinder, die Zwillinge Sean und Liadan, die dieselbe geistige Verbindung teilen wie sie sie einst mit Finbar hatte und die aufgeweckte, hübsche Niamh.
Als Liadan, die als fähige Heilerin bekannt ist, 16 Jahre alt ist, wird sie auf einer ganz gewöhnlichen Reise durch ein Dorf von hinten niedergeschlagen und findet sich im Lager von Banditen wieder, die zuvor bereits die Siedlungen der Nachbarn von Sevenwaters überfallen hatten. Einer der seltsam aussehenden und wild zusammengewürfelten Männer erklärt ihr, dass einer der Ihren bei einem Kampf verletzt wurde und so schnell wie möglich behandelt werden müsste. Liadan tut was ihr aufgetragen wurde, weil sie einfach nicht anders kann, als dem tatsächlich schwer verwundeten Mann zu helfen. Der Anführer der Truppe, den sie Hauptmann nennen, ist jedoch alles andere als begeistert, als er von ihrer Anwesenheit erfährt und ist umso erstaunter, als Liadan beginnt, ihm die Stirn zu bieten.
In der Zwischenzeit hat sich Niamh, Liadans Schwester mit einem Druiden namens Ciaran eingelassen, nichts ahnend, dass sie damit nicht nur Blutschande sondern auch eine große Dunkelheit über die Familie von Sevenwaters bringen wird….
Aus Niamhs und Ciarans unglücklicher Verbindung ist ein Kind erwachsen: Fainne, ein junges Mädchen, die Zeit ihres Lebens allein mit ihrem Vater in Kerry, weit weg von Sevenwaters, zugebracht und das Handwerk der Zauberei, gleichzeitig aber auch die Überlieferungen der Druiden erlernte. Ihr einziger Freund dabei ist ein Junge vom fahrenden Volk namens Darragh, denn Fainne scheut große Menschenansammlungen und sucht lieber die Einsamkeit und die Ruhe der Meditation.
Als ihr Vater sie eines Tages verlässt und stattdessen ihre Großmutter zu ihr kommt, um sie zu unterrichten, weiß Fainne noch nicht, was ihr bevorstehen wird.
Denn ihre Großmutter, Lady Oonagh, sieht in ihr das Werkzeug, um das Kind der Prophezeiung und die ganze Familie von Sevenwaters ein für allemal auszulöschen. So wird Fainne nach Sevenwaters geschickt, nichtsahnend, welche Rolle in der Prophezeiung sie am Ende tragen wird…..
Sodala. Das waren mal recht allgemeine Inhaltsangaben. Da ich jetzt näher auf die Bücher eingehen möchte, gilt wie immer: Wer die Bücher noch lesen will, sollte hier nicht weiterlesen, sonst nimmt er sich selbst einige Überraschungen!!!
Mein Lieblingsteil ist und wird immer bleiben, der erste Teil. Ich habe ihn so oft gelesen und er steckt immer noch so voller Magie. Die fabelhafte Geschichte von Sorcha, die soviel ertragen muss, um ihre Brüder wiederzubekommen, die stumm vor sich hin leidet, ist einfach eine Geschichte, die das Herz jedes Mädchens einfach berühren muss. Es ist ein richtiges schönes Märchen. Soweit ich weiß ist die Geschichte auch einer irischen Legende nachempfunden.
Dieses Märchen-Gefühl ging den beiden Fortsetzungen leider verloren.
Man verstehe mich hier bitte nicht falsch. Mir gefällt das zweite Buch auch ausnehmend gut – Liadan ist so anders als Sorcha, soviel stärker und sturer und ihre Liebesgeschichte mit dem Hauptmann finde ich auch wunderschön. Vor allem als auch noch Eamonn, einer der Verbündeten der Familie, durch ihre Zurückweisung verbittert, zu ihrem schlimmsten Feind wird.
Schön finde ich hier, dass Dinge aus dem ersten Buch wieder aufgegriffen werden. Es gab am ersten Buch vielleicht nur eine Sache, die mich gestört hat und, das war, dass Finbar am Ende einfach nicht mehr erwähnt wurde. Da war nur die Rede davon, dass er wegging, aber keiner, nicht einmal Sorcha, wusste genau, ob er sich umgebracht hatte (weil er ja das letzte, nicht fertiggestellte Hemd erhalten hatte und ihm deswegen ein Schwanenflügel geblieben war) oder ob er einfach gegangen war.
Im zweiten Band erfährt man, dass er immer noch über die Familie wacht, allerdings aus dem Verborgenen.
Außerdem finde ich genial, dass die Geschichte von Ciaran so ausführlich erzählt wird – der eigentlich Sorchas Bruder ist, das Kind von Lady Oonagh und Lord Colum von Sevenwaters. Er und Niamh haben ja keine Ahnung, dass sie so eng verwandt sind, als sie sich ineinander verlieben.
Der dritte Band war schon etwas vollkommen anderes.
Auch er erzählt anschaulich und verständliche die Geschichte von Sevenwaters weiter. Allerdings hat sich die Autorin hier mehr auf Fainnes Geschichte konzentriert. Diese findet nur zum Teil in Sevenwaters statt, wodurch man einfach nicht mehr das Gefühl hat, dass es sich nur um Sevenwaters dreht.
Außerdem ist Fainne so vollkommen anders, als die vorigen Charaktere. Das Buch ist eigenständig der Hammer, aber in dei Trilogie passt es meiner Meinung nach nicht mehr so richtig.
Zumal Fainne es schafft dem Leser teilweise richtig unsympathisch zu sein.
Insgesamt gibt es für die Trilogie von mir trotz allem 9 von 10 Brenneselhemden, weil sie mich in ihren Bann geschlagen haben und eine so wunderbare Geschichte erzählen, von einem Land, vor ewiger Zeit, über eine Familie, die über jegliche Grenzen hinweg immer zueinander gehalten hat. Am Ende sogar Fainne.
Ich lege die Bücher ganz besonders allen Mädels ans Herz, denn JA, es sind eindeutig „Mädchenbücher“!
Lg. Fr. Leshem
Wer hat hier seinen Senf abgegeben?